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Habitatnutzung durch wandernde Regenbrachvögel (Numenius phaeopus), ermittelt durch Bio-Tracking an einem Rastplatz im Gelben Meer.

Veröffentlichungen

von Kuang, F., Wu, W., Ke, W., Ma, Q., Chen, W., Feng, X., Zhang, Z. und Ma, Z.

Habitatnutzung durch wandernde Regenbrachvögel (Numenius phaeopus), ermittelt durch Bio-Tracking an einem Rastplatz im Gelben Meer.

von Kuang, F., Wu, W., Ke, W., Ma, Q., Chen, W., Feng, X., Zhang, Z. und Ma, Z.

Zeitschrift:Journal of Ornithology, 160(4), S. 1109-1119.

Arten (Vögel):Regenbrachvögel (Numenius phaeopus)

Abstrakt:

Rastplätze sind für Zugvögel zur Energiegewinnung und Erholung von entscheidender Bedeutung. Die Klärung der Habitatansprüche von Zugvögeln während der Rast ist wichtig für das Verständnis der Zugökologie und für den Naturschutz. Die Habitatnutzung von Zugvögeln an Rastplätzen wurde jedoch bisher unzureichend untersucht, und die individuellen Unterschiede in der Habitatnutzung zwischen den Arten sind weitgehend unerforscht. Wir verfolgten die Bewegungen von Regenbrachvögeln (Numenius phaeopus) mithilfe von GPS/GSM-Sendern in Chongming Dongtan, einem wichtigen Rastplatz im südlichen Gelben Meer (China), im Frühjahr 2016 sowie im Frühjahr und Herbst 2017. Multinomiale logistische Regression und Multimodellinferenz wurden eingesetzt, um die Auswirkungen des einzelnen Vogels, des Tagesrhythmus (Tag vs. Nacht) und des Gezeitenstands auf die Habitatnutzung der Regenbrachvögel während der Rast zu ermitteln. Die Aktivitätsintensität der Regenbrachvögel war nachts geringer als tagsüber, während die maximale zurückgelegte Distanz der markierten Vögel tagsüber und nachts ähnlich war. Salzwiesen und Wattflächen wurden in allen drei Jahreszeiten von allen Individuen intensiv genutzt: Über 50 % bzw. 20 % aller Datensätze stammten aus Salzwiesen bzw. Wattflächen. Die Habitatnutzung unterschied sich deutlich zwischen den Individuen; Ackerland und Wald wurden im Frühjahr 2016 von einigen Individuen genutzt, während das Renaturierungsgebiet nahe der Gezeitenzone im Jahr 2017 von einigen Individuen aufgesucht wurde. Generell wurden Salzwiesen, Ackerland und Waldflächen tagsüber häufiger genutzt, das Watt hingegen nachts. Mit steigendem Gezeitenstand nahm die Nutzung des Watts ab, während die Nutzung der Salzwiesen zunahm. Die Ergebnisse legen nahe, dass individuelles Biotracking detaillierte Daten zur Habitatnutzung sowohl tagsüber als auch nachts liefern kann. Unterschiede in der Habitatnutzung zwischen Individuen und Jahreszeiten unterstreichen die Bedeutung vielfältiger Habitate für den Vogelschutz.

Die Veröffentlichung ist verfügbar unter:

https://doi.org/10.1007/s10336-019-01683-6