Arten (Vögel):Schopfibis (Nipponia nippon)
Zeitschrift:Globale Ökologie und Naturschutz
Abstrakt:
Allee-Effekte, definiert als positive Zusammenhänge zwischen der Fitness einzelner Arten und der Populationsdichte (bzw. -größe), spielen eine wichtige Rolle in der Dynamik kleiner oder dünner Populationen. Angesichts des kontinuierlichen Biodiversitätsverlusts hat sich die Wiederansiedlung zu einer weit verbreiteten Methode entwickelt. Da wiederangesiedelte Populationen anfänglich klein sind, treten Allee-Effekte häufig auf, wenn eine Art einen neuen Lebensraum besiedelt. Direkte Belege für eine positive Dichteabhängigkeit in wiederangesiedelten Populationen sind jedoch selten. Um die Rolle von Allee-Effekten bei der Regulierung der Populationsdynamik nach der Freilassung wiederangesiedelter Arten zu verstehen, analysierten wir Zeitreihendaten von zwei räumlich isolierten Populationen des wiederangesiedelten Schopfibis (Nipponia nippon) in der Provinz Shaanxi, China (Landkreise Ningshan und Qianyang). Wir untersuchten die potenziellen Zusammenhänge zwischen Populationsgröße und (1) Überlebens- und Reproduktionsraten sowie (2) Populationswachstumsraten pro Individuum im Hinblick auf das Auftreten von Allee-Effekten in den wiederangesiedelten Ibispopulationen. Die Ergebnisse zeigten, dass das gleichzeitige Auftreten von Allee-Effekten sowohl beim Überleben als auch bei der Fortpflanzung nachgewiesen wurde. Die verringerte Überlebensrate adulter Tiere und die geringere Brutwahrscheinlichkeit pro Weibchen führten in der Qianyang-Ibis-Population zu einem demografischen Allee-Effekt, der möglicherweise zum Populationsrückgang beigetragen hat. Parallel dazu wurden Partnerlimitierung und Prädation als mögliche Auslöser von Allee-Effekten identifiziert. Unsere Ergebnisse belegen das Auftreten multipler Allee-Effekte in wiederangesiedelten Populationen. Es wurden Strategien für den Artenschutz vorgeschlagen, um die Stärke von Allee-Effekten bei zukünftigen Wiederansiedlungen gefährdeter Arten zu eliminieren oder zu reduzieren. Dazu gehören die Freilassung einer großen Anzahl von Individuen, die Zufütterung von Nahrung und die Kontrolle von Fressfeinden.
Die Veröffentlichung ist verfügbar unter:
https://doi.org/10.1016/j.gecco.2022.e02103

