Die Gesamtkörperbeschleunigung (ODBA) misst die körperliche Aktivität eines Tieres. Sie kann zur Untersuchung verschiedener Verhaltensweisen eingesetzt werden, darunter Nahrungssuche, Jagd, Paarung und Brutpflege (Verhaltensstudien). Darüber hinaus kann sie den Energieverbrauch eines Tieres für Fortbewegung und verschiedene Verhaltensweisen abschätzen (physiologische Studien), z. B. den Sauerstoffverbrauch der untersuchten Arten in Abhängigkeit vom Aktivitätsniveau.
Die ODBA wird anhand der Beschleunigungsdaten der Sender berechnet. Dazu werden die Absolutwerte der dynamischen Beschleunigung aus allen drei Raumachsen (Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsbewegung) summiert. Die dynamische Beschleunigung ergibt sich aus der Subtraktion der statischen Beschleunigung vom Rohsignal. Die statische Beschleunigung repräsentiert die Schwerkraft, die auch bei ruhendem Tier wirkt. Die dynamische Beschleunigung hingegen beschreibt die Beschleunigung aufgrund der Tierbewegung.
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Abbildung. Die Ableitung von ODBA aus den Rohbeschleunigungsdaten.
Der ODBA-Wert wird in g gemessen und repräsentiert die Erdbeschleunigung. Ein höherer ODBA-Wert deutet auf eine höhere Aktivität des Tieres hin, ein niedrigerer Wert auf eine geringere Aktivität.
ODBA ist ein nützliches Werkzeug zur Untersuchung des Tierverhaltens und kann Einblicke in die Nutzung des Lebensraums durch die Tiere, ihre Interaktionen untereinander und ihre Reaktionen auf Umweltveränderungen geben.
Referenzen
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Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2023
